Kapazitätsmessung: Wieviel Energie steckt noch drin?
Die Kapazitätsmessung (auch: Kapazitätstest) ist der direkteste Nachweis des tatsächlichen State of Health (SoH) einer Batterieanlage. Sie verifiziert, ob die Anlage noch die garantierte Nennkapazität liefert – unabhängig von den BMS-internen Berechnungen.
Warum BMS-Werte allein nicht ausreichen
Das BMS berechnet SoC und SoH auf Basis von Algorithmen (Coulomb Counting, Impedanzspektroskopie, Kalman-Filter). Diese Berechnungen sind herstellerspezifisch und können – besonders bei alternden Anlagen – systematische Abweichungen aufweisen. Eine belastbare SoH-Aussage erfordert einen realen Entladetest.
Methoden der Kapazitätsmessung
Vollständiger Entladetest (C/5 oder C/10)
Die Anlage wird von 100% SoC auf 0% (oder die konfigurierte DoD-Grenze) entladen. Die abgegebene Energie wird kalibriert gemessen. Dies ist die genaueste Methode, erfordert aber vollständige Außerbetriebnahme für mehrere Stunden.
Teilbereichstest
Entladetest über einen definierten SoC-Bereich (z.B. 80% → 20%). Die gemessene Energie wird auf die Nennkapazität hochgerechnet. Genauigkeit geringer, aber Betriebsunterbrechung kürzer.
BMS-Auslese und Protokollanalyse
Auslese der BMS-internen SoH-Berechnung und Analyse der Betriebshistorie. Schnell, aber nicht messtechnisch verifiziert. Sinnvoll als Ergänzung zum Entladetest.
Dokumentation und Nachweis
Das Kapazitätsmessprotokoll enthält Messzeitpunkt, Messbedingungen (Temperatur, C-Rate), Messergebnis in kWh und %, sowie die verwendeten Messmittel mit Kalibriernachweis. Dieses Protokoll ist Grundlage für Garantieansprüche, SoH-Zertifizierungen und Transaktionsgutachten.
Weiterführende Informationen und persönliche Beratung
Für Anfragen und weiterführende Informationen wenden Sie sich direkt an Solartechnik Bayern – Christian Bieber, zertifizierter Sachverständiger für Batteriespeichersysteme.